Steckrüben: Alles andere als Schreckrüben

Steckrüben: Alles andere als Schreckrüben
In unseren Nachbarländern, egal ob Skandinavien, Süd-, West- oder Osteuropa, waren Steckrüben schon immer ein beliebter Energiebringer und auch in Deutschland findet man das angenehm süßlich schmeckende Gemüse inzwischen auf den Speisekarten vieler Edelrestaurants. Steckrüben – auch Wruken oder Butterrüben genannt – sind ein typisches Wintergemüse. Für die Küche werden gelbfleischige Sorten bevorzugt, die viel Betacarotin, Vitamin C, Trauben- und Fruchtzucker sowie zahlreiche Mineralstoffe und Senföle enthalten. Mit ihrem hohen Wassergehalt gelten sie als sehr kalorienarm.
Ihr ehemals schlechtes Image verdankt die Rübe dem sogenannten Steckrübenwinter im 1. Weltkrieg. Nach einer großen Kartoffel-Missernte waren Steckrüben damals die letzte Nahrungsreserve für große Teile der Bevölkerung. Als „Alleskönner" fanden sie Verwendung in Marmeladen, Aufläufen, Suppen, als Sauerkraut- und sogar als Kaffeersatz. Mit Namen wie „ostpreußische bzw. mecklenburgische Ananas" versuchte man die Steckrüben der Bevölkerung in allen Variationen schmackhaft zu machen. Kein Wunder, dass es damals zum Überdruss kam.
Nun aber ist es höchste Zeit für eine Renaissance der Steckrübe in der winterlichen Alltagsküche. Nicht umsonst bezeichnete Theodor Fontane in seinem Roman „Frau Jenny Treibel" die Abwertung von Steckrüben als „kulinarische Torheit".
Probieren Sie doch mal das Steckrübencurry mit Belugalinsen. Das Rezept dazu finden Sie hier. Oder wie wäre es mit einer Steckrübensuppe mit Orangen? Das Rezept ist hier.