Der Kräuterkaiser

Der Kräuterkaiser

Dass Küchenkräuter heute in ganz Europa populär und verbreitet sind, hat auch mit einem europäischen Kaiser zu tun. Karl der Große (747–814) unternahm zu Lebzeiten ausgedehnte Reisen (und Kriege!) in seinem franko-longobardisches Großreich und steckte die kaiserliche Nase in eine Menge sehr unterschiedliche Kochtöpfe.


Dabei entwickelte er offenbar einen Sinn für die Würzkraft von frischen Kräutern – und verfügte schließlich, dass die damals wichtigsten nicht nur regional, sondern im ganzen großen Reich anzubauen seien. Dill, Salbei, Rosmarin, Estragon, Kümmel, Liebstöckel, Bohnenkraut, Petersilie und viele andere wurden so per kaiserlicher Anordnung (Capitulare de villis vel curtis imperialibus) in der gesamten mitteleuropäischen Küche heimisch.