Grillen vor Gericht

Grillen vor Gericht
Der grillende Mann empfindet sein Tun ja als ein archaisches Grundrecht, einen Urbrauch, der ihm von keinem grollenden Gott oder übelwollenden Nachbarn verboten werden kann. Deutsche Gerichte allerdings wägen sehr wohl ab zwischen Genussrechten und dem Schutz vor Belästigung – und das regional sehr unterschiedlich:

NRW
In der warmen Jahreszeit einmal im Monat auf dem Balkon erlaubt, wenn die Nachbarn 48 Std.
vorher informiert wurden (AG Bonn) und Hausordnung oder Mietvertrag es nicht verbieten (LG Essen) und kein zu starker Rauch entsteht (OLG Düsseldorf).

BADEN-WÜRTTEMBERG
Dreimal im Jahr zwei Stunden sind erlaubt (LG Stuttgart).

BAYERN
Grillen ist üblich und muss geduldet werden (AG München).


BRANDENBURG
Bei Bußgeldandrohung verboten, wenn Nachbarn etwa durch Rauch ,,erheblich belästigt“ werden.

BERLIN
20-25 mal im Jahr, nicht länger als zwei Stunden und vor 21 Uhr (AG Schöneberg)

NIEDERSACHSEN
Viermal im Jahr bis 24 Uhr (OLG Oldenburg)

HAMBURG
Das Grillen auf dem Balkon ist verboten (AG Hamburg).

SACHSEN-ANHALT
Hier gilt das Grillverbot in der Nachtruhe nicht wie überall sonst von 22 bis 6, sondern bis 7 Uhr. Grillfrühstück ade!