Fleischgenuss: mit Respekt vor den Tieren und in Maßen

Fleischgenuss: mit Respekt vor den Tieren und in Maßen

meint Tom Reiter, Geschäftsführer von Chiemgauer Naturfleisch, im Interview:

Fleischkonsum gilt allgemein als klimaschädlich, wie gehen Sie in der Bio-Landwirtschaft damit um?
Vor allem die Menge an Fleisch, die heutzutage konsumiert wird und die nur über Massentierhaltung erzeugt werden kann, gilt als klimaschädlich. Die Produktion von Bio-Fleisch erfordert eine drastisch geringere Tierzahl - dadurch verringert sich auch der Output: Weniger Tiere haben natürlich weit weniger Auswirkungen auf das Klima und die Umwelt. Außerdem sind sie als Düngerlieferanten wichtig für den Stoffkreislauf auf dem Bio-Bauernhof.

Warum dreht sich so viel um Nitritpökelsalz (NPS) und warum verzichten Sie darauf?
Dieser Zusatzstoff wird in der Wurstherstellung unter anderem dazu verwendet, die Umrötung der Wurst zu
stabilisieren, sie also dauerhaft rot zu halten. Es ist aber gesundheitlich umstritten. Wir denken, dass gutes
Fleisch, natürliche Salze (Meersalz und Steinsalz) und einzelne Bio-Gewürze alles sind, was für eine gute Wurst nötig ist. Daher verzichten wir auf alle Zusatzstoffe. Und was nicht drin ist, kann niemandem schaden.

Welche ethische Überzeugung vertreten Sie in Bezug auf das Schlachten von Tieren?
Wir schulden den Tieren Respekt dafür, dass sie ihr Leben geben, um uns Nahrung zu geben. Diesen können wir ihnen am besten zollen, indem wir ihnen ein tierwürdiges Leben ermöglichen. Daher ist ökologische Tierhaltung der einzig vertretbare Weg. Und der letzte Schritt, die Schlachtung, muss diesen Respekt ebenfalls erweisen. Daher schlachten wir im eigenen Schlachthaus, mit kurzen Transportwegen, in kleinem, handwerklichen Maßstab, ohne Stress für die Tiere, dadurch erhalten wir auch eine hervorragender Fleischqualität.

Welches Ihrer Produkte essen Sie am liebsten und wie bereiten Sie es zu?
Mein Favorit sind die Knacker, vor allem die Chiemgauer Mini-Salamis und die Cacciatore-Stangerl, da muss ich nichts zubereiten, nur reinbeissen und genießen. Mit Freunden in der Runde ist die Weißwurst mein Renner: im Wasser erhitzen, kurz aufkochen und dann zwei Minuten ziehen lassen. Im Sommer ist so ein Rindersteak mit buntem Pfeffer der Star auf meinem Grill.