Lust auf Tofu? Taifun sucht 1000 Gärten

Lust auf Tofu? Taifun sucht 1000 Gärten

Gesucht werden Hobbygärtner, Profigärtner und Landwirte, die an der Entwicklung heimischer Sojasorten mitwirken wollen und eine Fläche von mindestens sechs Quadratmetern zur Verfügung stellen können.
Es ist ein ungewöhnliches Vorhaben, zu dem der Freiburger Bio-Tofuhersteller Taifun mit der Landessaatzuchtanstalt der Universität Hohenheim deutschlandweit aufruft. Mithilfe von 1.000 Gärtnern sollen 1.000 Sojakreuzungen an möglichst vielen verschiedenen Standorten angebaut und die Ernte anschließend wissenschaftlich ausgewertet werden. „Mit dieser innovativen Züchtungsmethode und ohne den Einsatz von Gentechnik möchten wir die Züchtung von Sorten in Deutschland vorantreiben, die auch in kühleren Regionen gedeihen und sich für die Tofuherstellung eignen“, erklärt Martin Miersch, Leiter des Landwirtschaftlichen Zentrums für Sojaanbau und Entwicklung bei Taifun. „Zugleich wollen wir dadurch die Sortenvielfalt fördern.“

Jetzt bewerben und zum Sojaforscherwerden
Nach Auswertung des Feldversuchs werden die vielversprechendsten Kreuzungen für weitere Züchtungen zur Verfügung gestellt, um so die Entwicklung von standortangepassten und ertragreichen Sorten zu fördern. Und damit langfristig den Sojaanbau in Deutschland.Taifun-Foto
Bis zum 28. Februar können sich Interessierte bewerben. Informationen und Teilnahmebedingungen gibt es unter www.1000Gärten.de.

Der Sojaanbau in Deutschland steckt noch in den Kinderschuhen. Zwar wird Soja bereits seit den 70er- Jahren angebaut, der Anbau ist jedoch bisher wenigen klimatisch milden Regionen vorbehalten. Um das zu ändern, werden neue, standortkompatible und kühleresistente Sorten benötigt. Nur dadurch ist eine Ertragssteigerung möglich, die auch der stetig wachsenden Nachfrage nach Soja für den direkten menschlichen Verzehr gerecht wird. Immer mehr Menschen möchten sich abwechslungsreich, vegetarisch oder vegan ernähren und dabei wissen, woher ihre Lebensmittel kommen. Der heimische Anbau von Soja ist eine Chance, Menschen nachhaltig mit pflanzlichem Eiweiß zu versorgen, ohne lange Transportwege und aus nachvollziehbarer Herkunft.

Mit Soja die Umwelt schützen
Der Anbau von Sojabohnen wirkt sich positiv auf Ackerböden aus, denn Soja bindet wertvollen Stickstoff und bereitet den Boden optimal für nährstoffhungrige Folgekulturen auf, wodurch der Einsatz von Düngemitteln eingedämmt wird. Einen weiteren Beitrag zum Umweltschutz leistet Soja, wenn es direkt verzehrt wird und nicht den „Umweg“ als Tierfutter nimmt. Etwa drei Viertel aller Agrarflächen werden bisher in irgendeiner Weise für die Tierfütterung beansprucht. Mithilfe des direkten Verzehrs von Soja in Form von Tofu- und Sojaprodukten steht uns im Vergleich zu tierischem Eiweiß, das durch Sojafütterung erzeugt wurde, das Doppelte bis Dreifache an Nahrungsmitteln zur Verfügung.