Clean Eating - Vollwertküche 2.0

Clean Eating - Vollwertküche 2.0

Ernährungstrends kommen und gehen, einige bleiben, wieder andere kommen nach längerer Zeit wieder in Mode. Ein in Deutschland noch recht neuer Trend nennt sich Clean Eating und kommt aus Kanada. Es geht dabei nicht darum, Lebensmittel möglichst gut abzuschrubben, sondern um eine grundsätzlich gereinigte Ernährung. Statt zu Fertigprodukten verarbeitet sollen die Nahrungsmittel möglichst frisch und naturbelassen sein. Eine Faustregel besagt, dass Produkte mit mehr als fünf Zutaten oder Fremdwörtern auf der Verpackung nicht „clean“ sind und gemieden werden sollten. Als besonders wertvoll gelten frisches Obst, Gemüse, Hülsenfrüchte, Nüsse, Samen und Vollkornprodukte. Wie genau das Clean Eating interpretiert wird, soll jeder für sich selbst entscheiden, Hauptsache ist, dass dem Körper etwas Gutes getan wird.

„Was für ein alter Hut“, werden sich viele denken und das Neuartige an dem Lifestyle vermissen. Insbesondere für diejenigen, die sich schon seit Jahrzehnten mit Bio-Produkten und Vollwerternährung befassen, scheint außer dem Namen nichts neu.

Auf individueller Ebene mag das durchaus zutreffen. Vielleicht ernähren Sie sich schon nach der Clean-Eating-Methode, ohne es zu wissen. Gesellschaftlich betrachtet bringt der Trend aber doch eine Veränderung mit sich: Dadurch, dass das Konzept von dem kanadischen Fitnessmodell Tosca Reno über verschiedene Hollywood-Stars schließlich in Deutschland gelandet ist, wirkt es modern, cool und neu. Eine junge Zielgruppe wird davon angesprochen, die von Bezeichnungen wie Vollwertküche und ökologische Landwirtschaft abgeschreckt wäre. Wenn das Frischkornmüsli aber als „Overnight Oats“ daherkommt, hat das mit dem verstaubten, schwer verdaulichen und vielleicht etwas tristen Image der Vollwertküche nichts mehr zu tun und die Clean Eater stürzen sich begeistert darauf.

Auch wenn der Trend für diejenigen, die sich ohnehin Gedanken um ihre Ernährung machen, keine wesentlich neuen Erkenntnisse bereithält, dient er offenbar besonders Jüngeren als Türöffner für einen bewussten Umgang mit Ernährung. Bleibt nur zu hoffen, dass auch Themen wie ökologische Erzeugung, regionale und saisonale Lebensmittel, Umweltverträglichkeit und faire Produktionsabläufe Teil des Hypes werden.

Clean-Eating-Regeln

• 5–6 Mahlzeiten, kleine Portionen
• Jeden Morgen frühstücken
• Zu jeder Mahlzeit Obst und Gemüse
• Natürliche Lebensmittel statt industriell verarbeiteter Produkte
• Fettarme Eiweißquellen mit komplexen Kohlenhydraten kombinieren
• Kochsalz und Zucker reduzieren
• Weniger gehärtete Fette, mehr pflanzliche Öle
• Künstliche Süß-, Farb-, Aroma- und Konservierungsstoffe meiden
• Viel Wasser trinken, Alkohol meiden

(Quelle: www.ugb.de)