Neue Wege für Bio-Saatgut-Sortenschutz

Neue Wege für Bio-Saatgut-Sortenschutz

Saatgut ist Kulturgut und soll nach Meinung der Bio-ZüchterInnen frei getauscht, verkauft, vermehrt, weiterentwickelt und angebaut werden.
Dieses Recht wird zunehmend privatisiert und vom europäischen Patentamt eingeschränkt, da es inzwischen auch ein Patentrecht auf Neuzüchtungen gibt. 2017 haben Bio-ZüchterInnen deswegen ein System entwickelt, das an den Open-Source-Ansatz für Software-Entwicklungen angelehnt ist. Zwar melden die ZüchterInnen weiterhin ihre neuen Sorten kostenpflichtig beim Bundessortenamt zur Eintragung ins Sortenregister an, denn nur dann darf das Saatgut auch vermarktet werden. Davon abgesehen verstehen sie die neuen Sorten aber nicht als Eigentum. Eine sogenannte Open-Source-Seed-Lizenz (OSSL) erlaubt den SaatgutnutzerInnen, das Saatgut zu vermehren und auch züchterisch weiterzubearbeiten.