
Bio und soziale Teilhabe: Beispiele aus der Praxis
Bio-Landwirtschaft und Lebensmittelverarbeitung können auch Orte für Ausbildung, Beschäftigung und soziale Teilhabe sein. Einige Betriebe und soziale Einrichtungen verbinden ökologische Landwirtschaft ganz konkret mit Angeboten für Menschen, die im Arbeits- oder Ausbildungsleben besondere Unterstützung benötigen.
Ein Engagement mit Kopf, Herz und Hand
Das Pestalozzi Kinder- und Jugenddorf Wahlwies am Bodensee begleitet Kinder und Jugendliche in schwierigen Lebenssituationen und unterstützt junge Menschen auf ihrem Weg in ein möglichst selbstbestimmtes Leben.
Zur beruflichen Förderung gehören Ausbildungs- und Qualifizierungsangebote in verschiedenen landwirtschaftlichen, handwerklichen und hauswirtschaftlichen Bereichen. Dazu zählen beispielsweise Gärtnerei, Landwirtschaft, Bäckerei, Küche, Hauswirtschaft und Lebensmittelverkauf.
Auch eigene landwirtschaftliche Betriebe und Vermarktungsangebote gehören zum Kinderdorf. Die Landwirtschaft und Gärtnerei arbeiten nach Demeter-Standards.
Gemeinsam arbeiten in Bad Dürkheim
Die Lebenshilfe Bad Dürkheim bietet Menschen mit Behinderung unterschiedliche Möglichkeiten zur beruflichen Teilhabe.
Auf dem Kleinsägmühlerhof, im Weingut und in weiteren Arbeitsbereichen arbeiten Menschen mit und ohne Behinderung zusammen. Das Weingut der Lebenshilfe bewirtschaftet rund 23 Hektar Rebfläche rund um Bad Dürkheim.
Auch der Leprima Biomarkt gehört zur Lebenshilfe. Dort arbeitet ein inklusives Team und verkauft ein umfangreiches Bio-Sortiment, darunter auch Produkte aus den eigenen Betrieben der Lebenshilfe.
Zusammenarbeit für Bio-Suppen im Mehrwegglas
Auch Kooperationen zwischen sozialen Einrichtungen und Bio-Betrieben können neue Produkte hervorbringen.
Ein Beispiel ist die Zusammenarbeit rund um die Bio-Suppen der Marke VON. Dabei werden Suppen in Mehrweggläser abgefüllt und über den Bio-Fachhandel angeboten. Bio-Gemüse für die Produkte stammt unter anderem vom Bioland-Betrieb Kampfelder Hof.
Solche Projekte zeigen, wie ökologische Lebensmittelwirtschaft, regionale Zusammenarbeit und soziale Teilhabe miteinander verbunden werden können – vorausgesetzt, die jeweiligen sozialen und ökologischen Leistungen werden konkret benannt und transparent gemacht.