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Biene nicht gleich Biene

Honigbienen als Haustiere profitieren von der Obhut ihrer Imker und sind dadurch keine bedrohte Art. Wohingegen die Wildbienen vom allgemeinen Insektensterben stark betroffen sind.

Der Begriff Wildbienen umfasst alle Bienen außer Honigbienen. Dazu gehören auch Hummeln, aber keine Wespen. Wildbienen unterscheiden sich in ihrer Lebensweise erheblich von Honigbienen: sie produzieren keinen oder nur sehr wenig Honig und haben auch ein anderes Sozialgefüge. Sie können wie die Hummeln Völker bilden, die aber wesentlich kleiner bleiben als Honigbienenvölker, oder auch solitär, also allein leben. Für die Bestäubung unserer Nutzpflanzen erweisen sich Wildbienen als wesentlich effizienter als Honigbienen und sie fliegen auch bei schlechterer Witterung, wenn die Honigbienen vorzugsweise im Bau bleiben.

Jede/r kann mithelfen

Wer sich für den Erhalt der Artenvielfalt – Schlagwort Biodiversität – engagieren möchte, sollte sich daher vor allem mit Bienenweiden, bunt blühenden Gärten, Balkonen und Nisthilfen beschäftigen. Die Aussaat gemischt blühender Arten, deren Blüte sich über die gesamte Saison – vom zeitigen Frühjahr bis in den späten Herbst – streckt, ist der beste Beitrag für den Erhalt des Wildbienenbestandes. Auch der Verzicht auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel ist wichtig und Brachflächen mit Totholz und Komposthaufen bieten Insekten Unterschlupf.

Honigbienen — die fleißigen Alleskönnerinnen

Architektur

Honigbienen nisten in der Natur in Baumhöhlen und bauen ihre Waben an Luftströmen orientiert. Dabei entsteht die klassische ornamentale Wabenstruktur. Die Waben sind platzsparend, gut belüftet, ästhetisch ansprechend, gelten als erdbebensicher und inspirieren damit Stadtplaner und Architekten. So sind wabenförmig angelegte Stadtquartiere weniger stauanfällig, wie kolumbianische Wissenschaftler feststellten.

Wachsproduktion

Für den Wabenbau brauchen Bienen Wachs, das sie selbst produzieren. Für 1 kg Wachs benötigen Bienen die gleiche Energie, wie sie für die Produktion von 10 kg Honig aufwenden müssen. Für 10 kg Honig düsen Bienen bildlich gesprochen rund 80-mal um den Äquator!

Nachhaltigkeit

Wabenbau ist ein Paradebeispiel für Nachhaltigkeit. Die Wabenform sorgt für ein Höchstmaß an Stabilität und reduziert den Materialaufwand erheblich. Da die Wachsproduktion so energieintensiv ist, verbietet sich jede Form der Verschwendung.

CO2-sparsames Heizen im Bienenstock

Im Winter regulieren die Bienen die Temperatur ihres Volkes über die im Honig gespeicherte Sonnenwärme des Sommers. Die „Heizbienen“ schaffen es, dass kaum Wärme abströmt, und so sind rund 300 g Honig ausreichend für einen Monat Heizen. Damit ist die CO2-Emission, die beim Heizen des Bienenstockes mit seinen 10.000 Bewohnerinnen anfällt, unschlagbar gering.

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