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Regenerative Landwirtschaft: Begriff, Kriterien und Greenwashing-Risiken

Regenerative Landwirtschaft: Wo Greenwashing droht

Immer häufiger werben Lebensmittelhersteller und Unternehmen mit Begriffen wie „aus regenerativer Landwirtschaft“. Doch was bedeutet das eigentlich – und ist regenerative Landwirtschaft dasselbe wie Bio?

Die Antwort lautet: nein.

Ökologische bzw. biologische Landwirtschaft ist in der Europäischen Union gesetzlich geregelt. Die EU-Öko-Verordnung legt verbindlich fest, welche Anforderungen für Erzeugung, Verarbeitung, Kennzeichnung und Kontrolle gelten.

Zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen zeigen Vorteile des Ökolandbaus insbesondere bei verschiedenen flächenbezogenen Umweltwirkungen, bei der Biodiversität und bei Eigenschaften des Bodens. Wie groß diese Vorteile sind, hängt allerdings von Kultur, Standort, Bewirtschaftung und dem jeweiligen Vergleichsmaßstab ab.

Regenerative Landwirtschaft“ ist dagegen bislang kein einheitlich gesetzlich definierter Produktionsstandard. Unterschiedliche Unternehmen, Organisationen und Wissenschaftler:innen verbinden damit unterschiedliche Prinzipien und Maßnahmen. Häufig steht die Verbesserung der Bodenqualität im Mittelpunkt.

Dazu können beispielsweise vielfältige Fruchtfolgen, Zwischenfrüchte, eine möglichst dauerhafte Bodenbedeckung, reduzierte Bodenbearbeitung oder Agroforstsysteme gehören. Viele dieser Ansätze werden auch im Ökolandbau eingesetzt. Andere können ebenso Bestandteil konventioneller Bewirtschaftung sein.

Und genau hier lohnt sich bei Werbung ein genauer Blick: Der Begriff „regenerativ“ allein sagt noch nicht, welche konkreten Maßnahmen ein landwirtschaftlicher Betrieb umsetzt, welche Betriebsmittel eingesetzt werden oder anhand welcher Kriterien eine Verbesserung gemessen wird.

Auch große Agrar- und Lebensmittelunternehmen haben eigene Programme für regenerative Landwirtschaft entwickelt. So will beispielsweise Cargill regenerative Praktiken bis 2030 auf zehn Millionen Acres landwirtschaftlicher Fläche in Nordamerika unterstützen. Zu den genannten Maßnahmen gehören unter anderem Zwischenfrüchte, Fruchtfolgen, reduzierte Bodenbearbeitung und Nährstoffmanagement.

Solche Programme können sinnvolle landwirtschaftliche Veränderungen fördern. Ob eine Werbung mit „regenerativer Landwirtschaft“ aber tatsächlich eine konkrete Umweltleistung beschreibt, lässt sich nur beurteilen, wenn Kriterien, Ausgangszustand, Maßnahmen und messbare Ergebnisse transparent gemacht werden.

Gerade deshalb wird auch auf europäischer Ebene darüber diskutiert, wie regenerative Landwirtschaft einheitlicher beschrieben und ihre Ergebnisse messbar und überprüfbar gemacht werden können.

Regenerative Methoden können die Landwirtschaft sinnvoll weiterentwickeln – im Bio-Anbau ebenso wie in anderen Bewirtschaftungssystemen. Der Begriff allein ist jedoch noch kein Nachweis für eine bestimmte Umweltleistung.

Für Verbraucher:innen gilt deshalb: Nicht nur auf das Wort „regenerativ“ achten, sondern nachfragen, welche konkreten Kriterien dahinterstehen und wie deren Einhaltung oder Wirkung überprüft wird.

Der ökologische Landbau hat hier einen wichtigen Unterschied: Seine grundlegenden Anforderungen sind gesetzlich festgelegt und werden im Rahmen des Bio-Kontrollsystems überprüft.