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Klimaanpassung in der Landwirtschaft gibt es nicht zum Nulltarif

An heißen Sommertagen zieht es viele von uns an Seen oder in Wälder. Dort ist es durch Wasserflächen, Verdunstung und den Schatten von Bäumen häufig spürbar kühler.

Solche Kühlungseffekte können auch bei der Anpassung von Landschaften an steigende Temperaturen eine Rolle spielen. Zu den diskutierten Maßnahmen gehören beispielsweise die Wiedervernässung von Mooren, zusätzliche Gehölzstrukturen oder Agroforstsysteme, bei denen Bäume und Sträucher in landwirtschaftlich genutzte Flächen integriert werden.

Wie groß solche Effekte sein können, hat das Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) gemeinsam mit weiteren Forschenden für die Modellregion Elbe-Elster in Brandenburg untersucht.

Mithilfe hochaufgelöster Satellitendaten und statistischer Modelle wurden verschiedene Szenarien zur Veränderung der Landnutzung analysiert. Dabei zeigte sich: Insbesondere mehr Baumbestand und Feuchtgebiete können die Landoberflächentemperaturen beeinflussen.

Für die untersuchte Modellregion ergaben die Berechnungen je nach Szenario eine mögliche Abkühlung von bis zu 3,5 °C. Die Ergebnisse beziehen sich auf die modellierte Landoberflächentemperatur und auf die konkreten Bedingungen der untersuchten Region.

Solche Erkenntnisse können auch für die Umsetzung der EU-Verordnung zur Wiederherstellung der Natur relevant sein. Die Verordnung verfolgt unter anderem das Ziel, geschädigte Ökosysteme wiederherzustellen, die biologische Vielfalt zu stärken und die Anpassung an den Klimawandel zu unterstützen.

Welche Maßnahmen vor Ort sinnvoll sind, hängt von Landschaft, Standort, Nutzung und regionalen Bedingungen ab. Forschungsergebnisse wie die ZALF-Studie können dafür eine wichtige Entscheidungsgrundlage liefern.

Für landwirtschaftliche Betriebe können Maßnahmen zur Klimaanpassung zugleich zusätzliche Investitionen und Veränderungen in der Bewirtschaftung bedeuten. Deshalb spielt auch die Frage eine Rolle, wie solche Maßnahmen wirtschaftlich tragfähig gestaltet und gegebenenfalls öffentlich unterstützt werden können.

Klimaanpassung in der Landwirtschaft ist damit nicht nur eine Aufgabe der einzelnen Betriebe, sondern auch eine Frage geeigneter politischer und wirtschaftlicher Rahmenbedingungen.