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Zu nass, zu trocken, zu kalt!

Forschungsprojekte für eine standortangepasste Landwirtschaft

Veränderte klimatische Bedingungen stellen landwirtschaftliche Betriebe vor neue Herausforderungen. Eine einzige Lösung für alle Standorte gibt es dabei nicht. Gefragt sind unterschiedliche Ansätze, die an Böden, Kulturen, Wasserverfügbarkeit und betriebliche Voraussetzungen angepasst werden können.

Wir stellen drei Projekte vor, in denen Landwirtschaft und Forschung gemeinsam neue Lösungswege erprobt haben.

Klimafenster in der Pflanzenzüchtung

Welche Getreidesorten kommen mit unterschiedlichen Standort- und Witterungsbedingungen besonders gut zurecht? Mit dieser Frage beschäftigte sich das partizipative Züchtungsprojekt „Klimafenster“, das unter anderem von der Getreidezüchtung Peter Kunz und dem Verein Gen Au Rheinau initiiert wurde.

Von 2019 bis 2022 bauten Landwirt unterschiedliche Getreidesorten und Zuchtlinien in kleinen Versuchsflächen auf ihren Betrieben an. Dabei beobachteten sie gemeinsam mit den Züchter, wie sich die Pflanzen unter unterschiedlichen Standort- und Witterungsbedingungen entwickelten.

Ein wichtiges Ziel war der Austausch zwischen landwirtschaftlicher Praxis und Pflanzenzüchtung. Aus den Beobachtungen entwickelten Landwirt und Züchter gemeinsame Kriterien, die in die weitere Sortenentwicklung einfließen können.

Weitere Informationen: Getreidezüchtung Peter Kunz – Klimafenster

Wassermanagement in der Landwirtschaft

Trockenperioden und unregelmäßig verteilte Niederschläge gewinnen für viele landwirtschaftliche Betriebe an Bedeutung. Wie lässt sich Niederschlagswasser möglichst lange in der Landschaft halten?

Damit beschäftigte sich von August 2021 bis Dezember 2024 das Projekt NetzwerkWasserAgri in Brandenburg. Landwirtschaftliche Betriebe, Gärtnereien und weitere Akteure tauschten Erfahrungen zu Maßnahmen des Wasserrückhalts aus.

Auf einem der beteiligten Höfe wurde beispielsweise ein sogenanntes Keyline-Design mit Gehölzpflanzungen umgesetzt. Dabei werden Geländeformen und Höhenlinien genutzt, um oberflächlich abfließendes Wasser zu bremsen und die Versickerung auf der Fläche zu fördern.

Auch Agroforstsysteme – also die Kombination von Gehölzen mit landwirtschaftlicher Nutzung – gehörten zu den untersuchten Ansätzen.

Das Projekt wurde durch den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums gefördert und aus Mitteln des Landes Brandenburg kofinanziert.

Weitere Informationen: https://www.wasser-retention.de/

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Akustische Früherkennung von Schädlingen im Getreidelager

Auch bei der Lagerung von Getreide entstehen neue technische Lösungen. Im Forschungsprojekt „Beetle Sound Tube“ wurde ein akustisches System entwickelt und in vier Praxisbetrieben getestet, mit dem Vorratsschädlinge frühzeitig erkannt werden können.

Dazu werden perforierte Röhren mit empfindlichen Mikrofonen dauerhaft im Getreidelager installiert. Die Technik erfasst Geräusche von Insekten und wertet sie mithilfe einer Software aus. Gleichzeitig dienen die Röhren als Fallen für Käfer.

Ein Befall kann dadurch früher erkannt werden als mit manchen herkömmlichen Kontrollmethoden. So können Betriebe schneller entscheiden, welche Gegenmaßnahmen erforderlich sind – beispielsweise der Einsatz geeigneter Nützlinge.

Nach Abschluss des Projekts führten zwei der vier Testbetriebe das System eigenständig weiter.

Gefördert wurde das Projekt durch den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums und das Land Brandenburg.

Drei Projekte, drei unterschiedliche Ansätze: Sie zeigen, wie landwirtschaftliche Praxis und Forschung gemeinsam daran arbeiten, Sortenwahl, Wassermanagement und Vorratsschutz an neue Herausforderungen anzupassen.