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Weidehaltung kann zum Erhalt von Grünland beitragen

Der Ackerkosmos
Grünland spielt im ökologischen Landbau eine wichtige Rolle. Mehr als die Hälfte der ökologisch bewirtschafteten Fläche in Deutschland besteht aus Dauergrünland. Wiesen und Weiden liefern Futter für Wiederkäuer wie Rinder, Schafe und Ziegen und erfüllen zugleich wichtige Funktionen für Boden, Wasserhaushalt und biologische Vielfalt.

Auch für den Klimaschutz ist der Erhalt von Dauergrünland relevant: Grünlandböden können große Mengen organischen Kohlenstoff speichern. Wird Dauergrünland in Ackerland umgewandelt, können über lange Zeiträume erhebliche Mengen dieses Bodenkohlenstoffs verloren gehen.

Besonders extensiv bewirtschaftete Weiden können zudem wertvolle Lebensräume für Pflanzen, Insekten und Vögel sein. Weidetiere schaffen durch selektives Fressen, Tritt und punktuelle Düngung unterschiedliche Strukturen auf der Fläche. Welche Artenvielfalt entsteht, hängt jedoch stark von Standort, Besatzdichte und Bewirtschaftung ab.

Auf manchen Standorten sind Weidetiere wichtig, um offene, artenreiche Landschaften zu erhalten und eine Verbuschung zu verhindern. Auf anderen Flächen kann Grünland auch durch Mahd genutzt und erhalten werden.

Dabei gilt: Weidehaltung ist nicht automatisch Klimaschutz. Wiederkäuer verursachen durch ihre Verdauung Methanemissionen. Für die Klimawirkung eines Haltungssystems sind deshalb unter anderem Tierzahl, Fütterung, Grünlandbewirtschaftung und Nährstoffmanagement entscheidend.

Weniger Tierprodukte – und trotzdem Grünland erhalten?
Eine stärker pflanzenbetonte Ernährung kann die Umweltbelastungen unseres Ernährungssystems deutlich reduzieren. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen insbesondere bei Treibhausgasemissionen und Flächenbedarf Vorteile von Ernährungsweisen mit weniger tierischen Lebensmitteln.

Gleichzeitig bleibt die Frage, wie wertvolles Dauergrünland sinnvoll genutzt und erhalten werden kann. Auf Flächen, die sich kaum für Ackerbau eignen, können Rinder, Schafe und Ziegen Gras und andere Pflanzen in Lebensmittel umwandeln, die der Mensch selbst nicht direkt nutzen kann.

Deshalb muss die Diskussion nicht „Tierhaltung oder pflanzliche Ernährung“ lauten. Entscheidend ist vielmehr, wie viele Tiere gehalten werden, wo sie gehalten werden und wie ihre Haltung gestaltet ist.

Eine mögliche Perspektive ist: insgesamt weniger tierische Lebensmittel, dafür gezielter Produkte aus Haltungssystemen wählen, die an Grünlandstandorte angepasst sind und konkrete Anforderungen an Tierhaltung und Flächennutzung erfüllen.

Unsere Nachfrage nach Lebensmitteln beeinflusst, welche Produktionssysteme wirtschaftlich bestehen können.