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Weniger wäre mehr

Der Erdüberlastungstag ist der Tag des Jahres, an dem sämtliche Ressourcen durch die Menschheit verbraucht wurden, die die Natur innerhalb eines Jahres wiederherstellen kann.

 

 

 

 

Erdüberlastungstag im Mai

Anfang Mai ist es wieder soweit: Wenn die gesamte Erdbevölkerung so leben würde wie wir in Deutschland, dann hätten wir bis zu diesem Stichtag alle natürlichen Ressourcen verbraucht, die die Erde innerhalb eines Jahres regenerieren und nachhaltig zur Verfügung stellen kann. Das Global Footprint Network nennt diesen Tag den Erdüberlastungstag (Earth Overshoot Day). Mit unserem Lebensstil stehen wir nach den USA, Australien und Russland an vierter Stelle der Nationen mit dem höchsten Ressourcenverbrauch.

Der Klimawandel wird von uns allen gemacht und resultiert aus unserem modernen Lebensstil, wie an folgenden Beispielen zu erkennen ist:

  • Vernetzte Gesellschaft
    Energiehunger durch Datennetzwerke wird zu einem echten Umweltproblem. Die Menge der übertragenen Daten verdoppelt sich laut Bundesnetzagentur alle 2 Jahre und wird durch neue Technologien (höhere Bildschirmauflösungen, autonomes Fahren, Internet der Dinge, Streamingdienste etc.) weiter stark steigen.
  • Autoverkehr und Spritverbrauch
    Der Boom von Spritschluckern wie SUVs und Geländewagen in Deutschland hält an: Laut Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) in Flensburg wurden 2019 erstmals mehr als eine Million dieser Fahrzeuge neu zugelassen. Ihr Marktanteil bei den PKW-Neuzulassungen liegt bei über 30 Prozent. Inwieweit Elektromobilität die Umwelt entlasten kann, ist noch sehr umstritten und hängt u. a. auch von der Herkunft des Stroms ab.
  • Gestiegener Platzbedarf für Infrastruktur
    Mehr als die Hälfte der Fläche Deutschlands wird landwirtschaftlich genutzt. Im Zeitraum von 1992 bis 2015 verringerte sich jedoch die landwirtschaftlich nutzbare Fläche (Äcker, Wiesen und Weiden) um mehr als 1 Mio. ha. Das entspricht in etwa der gesamten landwirtschaftlichen
    Nutzfläche Schleswig-Holsteins! Gleichzeitig wuchs die Siedlungsfläche im selben Zeitraum um 840.000 ha (begünstigt durch Flächenversiegelung in wachsenden Städten mit neuen Straßen, Gewerbegebieten, Flugplätzen etc.). Dies entspricht in etwa der landwirtschaftlichen Nutzfläche von Thüringen oder auch Rheinland-Pfalz! 2018 gab das Statistische Bundesamt bekannt, dass sich die durchschnittliche Wohnfläche pro Person seit den 1960er-Jahren mehr als verdoppelt hat: von 22 Quadratmetern pro Person (1965) auf 46 Quadratmeter pro Person.

Alle in einem Boot

Auch wenn sich durch Corona der Ressourcenverbrauch kurzfristig reduziert hat, so wird er nach Überwindung der Pandemie wieder stark ansteigen. CO2-neutrales Leben ist eine Herausforderung an alle: Politik, Wirtschaft und Bürger*innen. Viele Entwicklungen lassen sich nicht aufhalten, die Politik muss Weichen neu stellen und die Wirtschaft ihre Erfolgsbilanzen überdenken.

Aber auch Verbraucher*innen können mit einer umweltbewussten Ernährung verantwortliches Handeln zeigen. Wir können unseren Lebensstil hinterfragen und mit dem Einkauf saisonaler Bio-Lebensmittel, möglichst aus der Region und in nachhaltigen Verpackungslösungen, dazu beitragen, unseren eigenen CO2-Fußabdruck zu verkleinern.

 

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