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Wie die Landschaft die Vogelpopulation prägt

Vögel brauchen Abwechslung

Bei ihrer Nahrungssuche legen heimische Landvögel kilometerlange Beuteflüge zurück und durchstreifen dabei Wiesen, Weiden, Äcker, Müllhalden, Komposthaufen, Straßenränder und Seeufer nach Beute. Einer von ihnen, der Rotmilan, ist ein sogenannter Nahrungsopportunist, der am häufigsten Beute frisst, an die er am einfachsten herankommt. Je nach Jahreszeit frisst er vorwiegend Insekten, Regenwürmer, Lurche und Kriechtiere wie Frösche und Zauneidechsen. Aber auch Fische, Mäuse, Feldhamster, Maulwürfe, Vögel, Aas und Abfälle stehen auf dem Speiseplan. Er lebt von der Vielfalt, die ihm die Landschaft bietet. Je mehr Baumreihen, Hecken, Kleingewässer, Brachen oder Blühstreifen ihm geboten werden, desto reichhaltiger das Nahrungsbüfett. Dies gilt für alle unsere Landvögel.

 

Dem Rotmilan unter die Flügel greifen

Mehr als die Hälfte aller Rotmilane weltweit lebt in Deutschland. Doch die Anzahl der bei uns brütenden Paare hat seit gut 20 Jahren deutlich abgenommen. Das bundesweite Projekt „Rotmilan – Land zum Leben“ zielt darauf ab, ihre Lebensbedingungen zu verbessern. In neun Modellregionen in sieben Bundesländern werden Bauern in der rotmilanfreundlichen Landnutzung unterstützt, um den Bedürfnissen dieses ganz besonderen Vogels besser gerecht zu werden. Dazu gehört der Anbau vielfältiger Ackerkulturen, aber auch der Verzicht auf chemische Mittel zur  Bekämpfung von Nagetieren – einer potenziellen Futterquelle des Greifvogels. Durch den Anbau von mehrjährigen Futterpflanzen bleiben Rückzugs- und Nahrungsmöglichkeiten für Säuger, Insekten oder Vogelarten wie das Rebhuhn auf der Fläche erhalten.

Ausgezeichnete Landwirtschaft

Vor wenigen Tagen wurden mehrere Bio-Höfe, die an dem 6-jährigen Projekt im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt teilgenommen haben, für ihr Engagement ausgezeichnet.
Unter den Ausgezeichneten ist auch der Lämmerhof von Detlef Hack aus Schleswig-Holstein. Der Demeter-Hof beschäftigt sich seit vielen Jahren mit der Züchtung hofeigener, standortangepasster, ökologischer Winterweizensorten und achtet insgesamt auf eine Anbauweise im Einklang mit der Natur. Und dazu gehört eben auch der Lebensraum der Rotmilane.

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