Überspringen zum Inhalt

Alles-Könner-Körner

Getreide gehört seit Jahrtausenden zu den wichtigsten Kulturpflanzen des Menschen. Bereits vor rund 10.000 Jahren begannen Menschen im sogenannten Fruchtbaren Halbmond mit dem gezielten Anbau verschiedener Getreidearten.

Bis heute ist Getreide aus unserer Ernährung kaum wegzudenken. Weizen, Dinkel, Roggen, Gerste, Hafer oder Hirse lassen sich gut lagern und vielseitig verarbeiten – beispielsweise zu Brot, Flocken, Mehl, Teigwaren oder Malz.

Getreide liefert vor allem Kohlenhydrate in Form von Stärke. Außerdem enthält es Eiweiß sowie unterschiedliche Mengen an Vitaminen, Mineralstoffen und Ballaststoffen. Besonders bei Vollkornprodukten bleiben Schale und Keimling erhalten – und damit ein größerer Anteil dieser Inhaltsstoffe.

Auch im Bio-Fachhandel spielt Getreide eine wichtige Rolle. Unternehmen wie Bohlsener Mühle, Bauck Mühle und Spielberger Mühle arbeiten seit vielen Jahren mit Bio-Rohstoffen und verschiedenen Getreidearten.

Neben Weizen, Hafer oder Roggen finden sich dort auch ältere Kulturgetreide wie Einkorn und Emmer. Je nach Unternehmen und Produkt stammen Rohstoffe aus regionalen Lieferbeziehungen oder werden nach den Richtlinien von Bio-Anbauverbänden wie Demeter oder Bioland erzeugt.

Diese Verbandsrichtlinien enthalten zusätzliche Anforderungen, die über die gesetzlichen Vorgaben der EU-Öko-Verordnung hinausgehen.

Kleines Getreidelexikon

Hafer gedeiht besonders gut in gemäßigten Klimazonen und wird unter anderem zu Flocken, Mehl und Getränken verarbeitet. Vollkornhafer liefert Ballaststoffe, Eiweiß sowie verschiedene Mineralstoffe. Auch Eisen ist enthalten – wie gut pflanzliches Eisen aufgenommen wird, hängt jedoch von der gesamten Mahlzeit ab.

Weizen gehört zu den ältesten Kulturgetreiden. Heute existieren zahlreiche Sorten. Unterschieden wird unter anderem zwischen Weichweizen, der häufig für Brot und Backwaren verwendet wird, und Hartweizen, der beispielsweise für Pasta eine wichtige Rolle spielt.

Dinkel ist eine Kulturform des Weizens und heute wieder sehr beliebt. Sein leicht nussiger Geschmack eignet sich für Brot, Gebäck, Pasta und viele weitere Gerichte. Wird Dinkel vor der vollständigen Reife geerntet und anschließend gedarrt, entsteht Grünkern.

Gerste zählt ebenfalls zu den sehr alten Kulturgetreiden. Ein großer Teil wird zu Malz verarbeitet, etwa für die Bierherstellung. Daneben dient Gerste als Futtermittel und wird auch direkt als Lebensmittel verwendet.

Roggen ist besonders kältetolerant und spielt vor allem in Mittel-, Nord- und Osteuropa eine wichtige Rolle. Roggenmehl wird unter anderem für kräftige Brote und Vollkornprodukte eingesetzt.

Hirse ist ein Sammelbegriff für verschiedene kleinfrüchtige Getreidearten. Sie liefert Stärke sowie unterschiedliche Mengen an Mineralstoffen und Vitaminen. Hirse ist von Natur aus glutenfrei. Bei verarbeiteten Hirseprodukten sollten Menschen mit Zöliakie dennoch auf eine entsprechende Glutenfrei-Kennzeichnung achten.

Ob Flocken, Mehl, Brot oder ganze Körner: Die Vielfalt der Getreidearten bietet viele Möglichkeiten, den Speiseplan abwechslungsreich zu gestalten.