
Kennen Sie die Ur-Mütter vieler Nahrungsergänzungsmittel von heute? Ackerbohnen und Erbsen waren hierzulande bis weit in das 19. Jahrhundert hinein wichtige Grundnahrungsmittel und Kochbücher boten früher zahlreiche Zubereitungsarten dieser und anderer heimischer Hülsenfrüchte. Heute ist unser Durchschnittsverbrauch ziemlich bescheiden – dank neu entdeckter Lebensmittel wie Kartoffeln, Tomaten oder Paprika, aber auch durch den erheblich gestiegenen Fleischverzehr. Wie wir inzwischen wissen, enthalten Bohnen, Linsen und Erbsen wertvolle Proteine, die die Lebensmittelindustrie heutzutage gern extrahiert, um damit pflanzliche Fleischersatzprodukte anzureichern. Doch neben den Eiweißen punkten Leguminosen insgesamt mit einem außergewöhnlichen Nährstoffprofil: Ihre Ballaststoffe sättigen nicht nur gut, sondern fördern eine gute Verdauung. Haben Sie schon mal vom „Second-Meal-Effect“ gehört? Der britische Wissenschaftler Dr. David J. Jenkins entwickelte bereits Anfang der 1980er-Jahre nicht nur den glykämischen Index (wichtig in der Diabetes-Forschung), sondern erkannte auch, dass eine ballaststoffreiche Mahlzeit sich positiv auf den Blutzuckerspiegel der folgenden Mahlzeit auswirkt, weil Ballaststoffe die Zuckeraufnahme verlangsamen und die Insulinausschüttung besser regulieren. Die in Bohnen und Co. enthaltenden Mineralstoffe und Vitamine steuern weitere wichtige Funktionen unseres Körpers. In Regionen der Welt mit einer besonders hohen Lebenserwartung, wie z. B. den „blauen Zonen“, gehören Hülsenfrüchte wenig verwunderlich in den täglichen Speiseplan.
Kochen mit Hülsenfrüchten leicht gemacht
Sie haben keine Zeit zum Kochen mit Hülsenfrüchten? Nach vorherigem Einweichen sind diese oft in weniger als 30 Minuten gar! Wer größere Mengen vorkocht, kann sie portionsweise einfrieren und damit perfektes Mealprep betreiben.
Vorgekocht
- sind sie sättigende Zugabe in Salaten,
- geben Sie püriert einer Pastasoße mehr Cremigkeit
- bilden sie die Basis für Hummus und andere kreative Brotaufstriche, z. B. zusammen mit getrockneten Tomaten, Oliven und frischen Kräutern
„Deutsche Kicher“ & Co.
Linsen, Kichererbsen, Soja und Lupinen kennen Sie, doch Potenzial für den Anbau auf unseren Äckern bieten auch heute weniger bekannte Arten wie z. B. die Platterbse (Lathyrus sativus). Sie war bis ins 19. Jahrhundert als „Deutsche Kicher“ bekannt, ist trockenheitsresistent und relativ anspruchslos. Sie benötigt kein Einweichen vor dem beim Kochen und eignet sich bestens für Pürrees, Aufstriche oder Eintöpfe. Die schwarze Kichererbse ist für hiesige Anbauverhältnisse einfacher zu kultivieren als die bei uns besser bekannte helle Sorte und ist geschmacklich intensiver.
Im [ECHT BIO.] Geschäft, finden Sie eine breite Auswahl an Linsen und Bohnen, manche auch von heimischen Feldern.
Rezeptideen finden Sie hier
Viele tolle Rezeptideen und Hintergrundgeschichten gibt es auch auf der Website von Cecilia Antoni. Überraschen Sie Ihre Gäste beim nächsten Grillfest mit einem Eis aus der roten Adzukibohne als Nachtisch. Es lässt sich gut ein paar Tage vorher zubereiten: Rote Bohnen-Eis