
Anders als bei Bio-Lebensmitteln gibt es für Naturkosmetik in der EU bislang kein einheitliches gesetzliches Siegel mit verbindlichen Kriterien für die Bezeichnungen „Naturkosmetik“ oder „Biokosmetik“. Deshalb haben sich verschiedene private und internationale Zertifizierungsstandards entwickelt.
Im Bio-Fachhandel spielen zertifizierte Naturkosmetikprodukte eine wichtige Rolle. Welchem Standard ein Produkt entspricht, erkennen Sie am jeweiligen Siegel und den dazugehörigen Zertifizierungskriterien.
Zu den bekannten Standards und Kennzeichnungen gehören:
BDIH
Der BDIH führte 2001 seinen Standard für kontrollierte Naturkosmetik ein. Produkte, die nach diesem Standard zertifiziert sind, müssen dessen festgelegte Kriterien erfüllen.
NATRUE
NATRUE ist ein internationaler, privater Zertifizierungsstandard für Natur- und Biokosmetik. Je nach Zertifizierungsstufe gelten festgelegte Anforderungen an die Herkunft und Verarbeitung der eingesetzten Inhaltsstoffe.
COSMOS
COSMOS ist ein internationaler Standard für Natur- und Biokosmetik. Entwickelt wurde er von mehreren europäischen Organisationen aus dem Bereich der Natur- und Biokosmetik. Zertifizierte Produkte werden je nach Zertifizierungsorganisation und Zertifizierungsstufe entsprechend gekennzeichnet.
Weitere Bio-Kennzeichnungen
Auch Kosmetikprodukte können unter bestimmten Voraussetzungen Bio-Zertifizierungen tragen, die ursprünglich auf landwirtschaftliche Erzeugnisse ausgerichtet sind. Dazu gehört beispielsweise USDA Organic in den USA.
Was die Standards regeln
Die Anforderungen unterscheiden sich je nach Zertifizierungssystem und Zertifizierungsstufe. Sie können unter anderem Vorgaben enthalten zu:
- Herkunft und Anteil natürlicher oder biologisch erzeugter Inhaltsstoffe,
- zugelassenen und ausgeschlossenen Inhaltsstoffen,
- Verarbeitung der Rohstoffe,
- Verwendung bestimmter synthetischer Stoffe,
- Verpackung und Herstellung sowie
- Kontrolle und Zertifizierung der Produkte.