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Von Mokka, Kaffee und Kaffeeschnüfflern

Kaffee stammt ursprünglich aus Äthiopien, wurde im Jemen domestiziert und verbreitete sich über Indien, Indonesien, Europa schließlich bis nach Amerika.

Der Name Mokka leitet sich übrigens vom jemenitischen Hafenstädtchen Mokka oder Mocha ab, einem wichtigen Handelsplatz für Kaffee im Mittelalter. Das Wort „Kaffee” wiederum hat seinen Ursprung im altarabischen „qahwah”, was ursprünglich Wein bedeutete. Gläubigen Moslems ist Alkohol ja verboten. Die anregende bis leicht berauschende Wirkung machte den „kahweh“, wie ihn Türk:innen nannten, zum „Wein des Islams“.

In Deutschland hatte der preußische König Friedrich der Große großen Anteil an der Verbreitung des Kaffees. Ab 1780 reglementierte er den Handel: Bis zu seinem Tode durften nur staatliche Röstereien Kaffee rösten. Um „schwarze Schafe“ zu enttarnen, die privat Kaffee rösteten, scheute er sogar vor „Kaffeeschnüfflern“ nicht zurück – Menschen, die am charakteristischen Geruch private Röstereien entlarven sollten.

Der Kaffeestrauch trägt in der Regel nach etwa drei bis fünf Jahren das erste Mal Früchte. Kultiviert wird er sowohl in praller Sonne als auch in Schattensystemen. Der Anbau ist weltweit sehr verschieden: Es gibt Schattenanbau in Wäldern, aber auch in Mischkulturen. In Äthiopien haben sich zwei einzigartige Systeme erhalten, die es in dieser Form nirgendwo anders gibt: Wildkaffee wird dort tatsächlich noch in seinem ursprünglichen Lebensraum geerntet, ohne weitere Pflege. Gartenkaffee nennt sich dort Kaffee aus Systemen, in denen Kleinbäuer:innen Kaffee auf kleinen Flächen als Teil des kleinbäuerlichen „Gartenhofs“ zusammen mit anderen Nutzkulturen wie Avocados,
Mangos oder Bananen anbauen.

Kaffee ist für uns heutzutage ein alltägliches Lebensmittel. Doch nicht nur angesichts der seit einigen Jahren stark steigenden Preise sollten wir uns bewusst machen, dass dieses so facettenreiche Getränk ein echtes Genussmittel ist – und seinen Preis wert, wenn uns gute Qualität und faire Lieferketten am Herzen liegen.

In Äthiopien sind bei einer traditionellen Zusammenkunft drei Tassen Kaffee Pflicht: Die erste Tasse ist dem reinen Genuss gewidmet. Während der zweiten Tasse werden wichtige Themen besprochen. Und die dritte Tasse dient dem Segnen aller Anwesenden. Wäre das nicht ein gutes Vorbild, um manch schwierige Auseinandersetzung im Leben beizulegen?