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Zum Fest: Kartoffelsalat mit Karpfen

Gibt es bei Ihnen zu Weihnachten auch Kartoffelsalat? In Norddeutschland gehört ja unbedingt Mayonnaise in den Salat. Süddeutsche bevorzugen ihn mit einem Dressing auf Gemüsebrühe-Basis. Dazu gibt es oft Wiener Würstchen. Wer auf Fleisch verzichten möchte, findet in Tofinern, einer Tofu-Variante, eine prima Alternative. Sehr beliebt ist aber auch Karpfen.

Der „Weihnachtskarpfen“ geht auf das Mittelalter zurück, als der Heiligabend der letzte Fastentag in der vorweihnachtlichen Adventszeit war, an dem nur Fisch, aber kein Fleisch aufgetischt werden durfte. In manchen Regionen legten die Menschen am Morgen des 25. Dezember die Gräten unter die Obstbäume und erhofften sich davon eine reiche Ernte im nächsten Sommer. Eine Karpfenschuppe im Portemonnaie soll für immer ausreichend Geld in der Tasche sorgen.

In Süddeutschland wird der Fisch über Nacht in Buttermilch eingelegt und am nächsten Tag paniert mit Kartoffelsalat serviert. „Karpfen blau“ mit Kartoffeln und Meerrettichsoße ist im Norden verbreitet. Klassisch ist auch der mit Gemüse gefüllte und im Ofen geschmorte Karpfen. Die Karpfenteiche werden traditionell bis Ende Oktober leer gefischt, bis Weihnachten schwammen früher die Karpfen in der heimischen Badewanne. Dieses „wässern“ übernehmen heute die Fischverarbeitungsunternehmen.

Karpfen – nachhaltig und gesund
Während Meeresfische wegen Überfischung eher selten auf unseren Tellern landen sollten, ist der heimischen Karpfen ein echter Nachhaltigkeitsstar.

Die Karpfenteichwirtschaft ist nicht nur Lebensraum für Karpfen und Nebenfische, sondern auch für viele geschützte Arten. Die Teiche bilden Wasserspeicher in der Landschaft und verbessern das Kleinklima. Gerade in regenarmen Gebieten, wie z. B. in der brandenburgischen Lausitz, fangen die Teiche Niederschläge auf, mindern den Hochwasserabfluss und somit die Sediment-, Nitrat- und Phosphorfracht der Fließgewässer, und sie tragen zur Grundwasserneubildung bei.

Der heimische Karpfen enthält viele wertvolle Vitalstoffe und ist damit ein äußerst gesundes Lebensmittel. Wer Karpfen genießt, trägt last but not least auch zum Erhalt hiesiger Arbeitsplätze bei, in einem der ältesten Berufe überhaupt – damit Fischer:innen und Teichwirt:innen auch weiterhin eine wertvolle Kulturlandschaft pflegen können.