Überspringen zum Inhalt

[ECHT BIO.] Werte – Teil 5: Konsequenter Verzicht auf Gentechnik

Öko-Bauern pflegen einen ganzheitlichen Umgang mit der Natur. Die Gentechnik mit ihren unkontrollierbaren Risiken ist daher tabu. Einmal ausgebracht, sind gentechnische Veränderungen nicht mehr rückgängig zu machen. Landwirte und Verbraucher können nicht mehr frei wählen, wenn Saatgut, Pflanzen und Lebensmittel mit gentechnisch veränderten Organismen verunreinigt sind.

Da es keine gesetzlichen Vorgaben für den Züchtungsweg von neuen Bio-Gemüsesorten gibt, engagieren sich Bio-Bauern, -Anbauverbände und -Züchtungsinitiativen seit Jahren gegen den Einsatz von Gentechnik im Bio-Saatgut und tragen aktiv dazu bei, das Einschleusen von Methoden der Genmodifikation zu unterbinden. Zwei dieser Methoden stellen wir hier vor:

 

Die Genschere
Bei dieser Methode verändern Sortenzüchter gezielt einzelne Bausteine eines Gens, indem sie synthetisch hergestellte DNA-Stücke in die Zelle einführen. Dies ist ein gentechnisches Verfahren, das laut Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit aber nicht unter das europäische Gentechnikrecht fallen muss, solange damit nur genetisches Material kreuzbarer Arten eingebaut wird. Umwelt- und Bio-Verbände kämpfen gegen diese Argumentation.

Das CMS-Verfahren
Durch Zellfusion werden Befruchtungsunfähigkeiten artübergreifend in die Zuchtlinien eingebracht. Das führt dazu, dass Bio-Bauern Probleme haben, geeignetes Saatgut zu bekommen. Im Brokkolianbau waren 2015 z. B. EU-weit 193 Brokkolisorten zugelassen – nur 31 davon waren samenfest. Die EU-Bio-Verordnung erlaubt den Anbau von CMS-Hybriden, doch die deutschen Anbauverbände verbieten solche Sorten.

Saatgut ist als Kulturgut zu schützen. Deshalb unterstützen Sie mit dem Kauf samenfester Sorten die Bio-Züchtungsinitiativen bei der Weiterentwicklung von vielfältigem, aromatischem und agronomisch geeignetem Gemüse. Bio-Safthersteller wie Voelkel und Beutelsbacher verwenden in ihren Gemüsesaftkompositionen verstärkt samenfeste Sorten.
In ECHT BIO-Aktionen erkennen Sie Angebote mit solchen Sorten an unserem Logo.

In der Camphill-Dorfgemeinschaft Lehenhof leben und arbeiten Menschen mit verschiedenen Fähigkeiten und Behinderungen zusammen. Die Gärtnerei auf dem Lehenhof – hier Linda Baumgartner im Gewächshaus – gibt es seit 1968. Von Anfang an wurde hier biologisch-dynamisch nach den Demeter-Richtlinien gewirtschaftet. Die große Vielfalt im Gemüseanbau erfordert viel Handarbeit – von der Aussaat bis zur Ernte. Samenfeste Gemüsesorten liegen den Gärtner*innen besonders am Herzen.
Weitere Informationen unter www.lehenhof.de

  • E-Mail-Adresse verborgen – JavaScript muss aktiviert sein.