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[ECHT BIO.] Werte – Teil 5: Konsequenter Verzicht auf Gentechnik

Für den ökologischen Landbau gilt grundsätzlich: Gentechnisch veränderte Organismen dürfen nicht eingesetzt werden.

Auch Pflanzen, die unter die neue EU-Regelung zu bestimmten neuen genomischen Techniken fallen, sind für die ökologische Produktion ausgeschlossen. Die 2026 beschlossene EU-Verordnung unterscheidet künftig zwischen NGT-Pflanzen der Kategorien 1 und 2. Beide Kategorien dürfen im Bio-Anbau nicht verwendet werden.

Bio-Landwirt, Anbauverbände und Züchtungsinitiativen beschäftigen sich deshalb intensiv mit der Frage, welche Züchtungsverfahren zu den Grundsätzen des Ökolandbaus passen und wie Züchtungswege transparent nachvollziehbar bleiben können.

Neue genomische Techniken

Zu den neuen genomischen Techniken gehören beispielsweise Verfahren wie CRISPR/Cas. Damit lassen sich Veränderungen im Erbgut von Pflanzen gezielt herbeiführen.

Die neue EU-Regelung sieht ab 2028 unterschiedliche Anforderungen für NGT-Pflanzen der Kategorien 1 und 2 vor. Für die ökologische Landwirtschaft gilt jedoch: Beide Kategorien bleiben ausgeschlossen.

Saatgut und anderes Pflanzenvermehrungsmaterial von NGT-1-Pflanzen müssen entsprechend gekennzeichnet werden. Außerdem werden Informationen zu solchen Pflanzen und Sorten in öffentlichen Registern und Sortenkatalogen bereitgestellt. So können Bio-Betriebe erkennen, welche Sorten für ihre Wirtschaftsweise nicht verwendet werden dürfen.

CMS und Zellfusion

Ein weiteres Thema in der Bio-Züchtung ist die sogenannte cytoplasmatische männliche Sterilität, kurz CMS. Sie wird genutzt, um die Pollenbildung zu verhindern und damit die Erzeugung bestimmter Hybridsorten zu erleichtern.

CMS kann natürlicherweise vorkommen oder mit unterschiedlichen Züchtungsverfahren übertragen werden. Einige Bio-Anbauverbände lehnen insbesondere Sorten ab, bei denen CMS mittels Protoplasten- oder Zellfusion zwischen Arten übertragen wurde, die sich unter natürlichen Bedingungen nicht miteinander kreuzen würden.

Demeter verbietet solche zellfusionsbasierten CMS-Sorten ausdrücklich. Auch weitere Bio-Anbauverbände arbeiten mit Listen von Sorten, die ohne diese Verfahren gezüchtet wurden.

Samenfeste Sorten und Bio-Züchtung

Samenfeste Sorten können aus ihrem eigenen Saatgut grundsätzlich weitervermehrt werden. Ihre sortentypischen Eigenschaften bleiben über Generationen vergleichsweise stabil.

Deshalb spielen sie für viele ökologische Züchtungsinitiativen eine wichtige Rolle.

Wichtig ist dabei: Samenfestigkeit bedeutet nicht automatisch „gentechnikfrei“, und Hybridsorten sind nicht automatisch gentechnisch verändert. Entscheidend ist der jeweilige Züchtungsweg.

Bei entsprechend gekennzeichneten [ECHT BIO.] Aktionsprodukten informieren wir deshalb gezielt darüber, wenn samenfeste Sorten eingesetzt werden.

 

 

Ein Beispiel aus der Praxis: der Lehenhof

In der Camphill-Dorfgemeinschaft Lehenhof leben und arbeiten Menschen mit unterschiedlichen Fähigkeiten gemeinsam.

Die Gärtnerei des Lehenhofs besteht seit 1968 und wird von Anfang an biologisch-dynamisch nach Demeter-Richtlinien bewirtschaftet. Angebaut wird eine große Vielfalt an Gemüse, Kräutern und Salaten. Viele Arbeiten – von Aussaat und Pflege bis zur Ernte – werden gemeinsam von Fachkräften und Menschen mit Unterstützungsbedarf erledigt.

Samenfeste Sorten und eine vielfältige Gemüseproduktion spielen dabei eine wichtige Rolle.

Weitere Informationen finden Sie beim Lehenhof.